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Foto-Tagebuch "Sanierung der Hohen Brücke" Teil 7

 

KW 43 (Teil 2)
23.10. Von weitem kann man die halbfertige Hohe Brücke sehen.
Himmlische Ruhe und Einsamkeit an der Seite Gelsenkirchener Straße: Die Ruhe vor dem letzten großen Arbeitstag. Alle Streicharbeiten sind gestern fertig geworden. Die Farbe kann nun einen ganzen Tag trocknen, obwohl wie vorhergesagt zwischendurch kräftige Schauer nieder kommen. Nur noch heute kann man interessante Details wie die großen Nieten an den inneren Seitenwangen sehen.

 

 

24.10. 7:30 Uhr: Heute sind alle Arbeiter schon früh auf den Beinen und betreiben die Arbeitsvorbereitung für die Montage der restlichen Betonplatten und Geländerteile. Wieder wird ein großer Kran auf dem Vorplatz aufgestellt. Nach der Passage des Zuges „Der Borkener“ um 8:00 Uhr – passend zum Sonnenaufgang hinter den Bäumen - schwebt die erste Betonplatte von 12 zuerst hoch durch die Luft, um schließlich an ihrem Bestimmungsort montiert zu werden. Es wird von der Mitte der Brücke zum Rand gearbeitet. Zum Glück brauchen heute nicht die 40-minütigen Pausen eingehalten zu werden, nur bei einer Zugpassage muss das Schwenken der Betonplatten bzw. der Geländerteile kurz pausieren. Alles geschieht aber unter dem wachen Blick des Sicherungsbeauftragten der Bahn Michael Bugdoll. Mittlerweile geht auch das An- und Abschrauben der Hebevorrichtung viel schneller vonstatten, die Arbeiten laufen zügig voran und Detlef Timmer schaut nur ab und zu durch sein Nivelliergerät.
Auch nebenan, in der Zug-Waschanlage wird fleißig gearbeitet.

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Nach der Montage der ersten Fuhre Betonplatten wird mit der Montage der Geländerteile weiter gemacht. Damit die Pass-Stellen besser ineinander gleiten, muss vorher immer etwas geschliffen werden. Manchmal bedarf es noch der reinen Muskelkraft oder das Anlegen eines Seilzuges oder einige Hammerschläge. Als der Geländer-Anhänger leer ist, wird das Gondelgerüst mittels Kran von den Brückenträgern gehoben und direkt dort aufgeladen. Das Gerüst wird nun bei der Firma Breuer abgeladen und anschließend die restlichen Geländerteile wieder auf den Anhänger geladen. Das ist „Timing“!

Mittlerweile beginnt der Fugenfachmann „Micha“ mit seiner Arbeit. Zunächst säubert er die Fugen. Von der Mitte aus füllt er zunächst die Fugen mit Styroporschlangen, die fast aussehen wie Spaghetti. Dann füllt er mittels einer Füllpistole das Sikaflex-Fugenmittel ein. Anschließend wird die Fuge mit Spüliwasser eingepinselt und abschließend mit Holzspateln glatt gestrichen. Jetzt müssen die Fugen nur noch in Ruhe aushärten.

Und schon ist die zweite Fuhre mit den Betonplatten da und weiter geht´s!
Auch Theo Breuer - traditionell in der blauen Arbeitsjacke - lässt es sich nicht nehmen und schaut bei der Montage zu.
Dieter und Elisabeth Dreckmann kommen mit zwei Enkelkindern zur Baustelle und „erleben“ just die Montage Ihrer gesponserten Betonplatte. Nachdem alle Betonplatten verlegt sind, werden die restlichen Geländerteile montiert. Zwischenzeitlich Treffen immer mehr Menschen an der Brücke ein: Zuschauer, Fotografen und die Presseredakteure.


Bald gibt es nur noch eine Lücke: Um 13:15 Uhr wird das letzte Geländer auf die Brücke gesetzt, eingepasst und festgeschraubt.
Dies wird kurz mit einem Gläschen Sekt gefeiert.

Endlich ist Zeit für die Mittagspause: Unsere Tagebuch-Fotografin Britta, letzte Woche noch als „Brötchenfee“ tituliert, bringt für alle Arbeiter „ihre“ Currywurst mit Brötchen und Kaffee. Dieses Angebot wird von den Arbeitern gern angenommen, aber auch von so manchem Besucher.

Das Foto aus luftiger Kranhöhe zeigt die neue Hohe Brücke in ihrer neuen Vollendung:
Sie ist und bleibt das Wahrzeichen der Feldmark!

Der Kran wird nun nicht mehr benötigt und fährt seinen Ausleger ein.
Die Breuer-Arbeiter richten noch das neue Geländer aus. Auch das Sicherungsseil hat seinen Dienst getan und kann abgebaut werden.
Der Fugen-Mann verfüllt eine Fuge nach der anderen.
Johannes Breuer und Detlef Timmer nehmen sich eine kleine mentale Auszeit: Hurra, die Brücke ist fertig!!!
Morgen werden nur noch kleine Restarbeiten wie Sichern der Schraubmuttern, Abdeckung mit Kunststoffkappen und Beseitigen von scharfen Kanten am Handlauf vorgenommen.


In der nächsten Woche wird noch das Umfeld an der Hohen Brücke bearbeitet. Es soll noch ein umfangreicher Rückschnitt der Sträucher erfolgen. Seitlich an den Plateaus beider Brückenseiten werden noch neue Absturzsicherungsgeländer angebracht.
Die Stadt muss noch den Übergang vom Vorplatz zu ersten Betonplatte durch Teeranschüttung ergänzen.

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